
Viele Museen versuchen durch statische Objekte und Texte den Besucher ein Thema näher zu bringen. Dies bezieht den Besucher aber nicht oder nur indirekt in den Entdeckungsprozess mit ein. Besucher sollen selbständig tiefer in ein Thema „eintauchen“ können und durch Handbewegungen Hintergrundinformationen aufdecken können. Aperio versucht dieses Problem zu lösen.
Gero Brinkmann
In der ersten Phase des Projekts war die beschriebene Projektidee noch nicht klar definiert. Im ersten Schritt habe ich versucht ein Medienobjekt zu gestalten, was jeweils ein Sinn des Körpers ansprechen sollte.
Fig. 1: Initiale Ideensammlung des Medienobjekts basierend auf den Sinnen des Menschen.
Nach der Brainstorming-Phase hat sich schnell folgende Idee durchgesetzt. Basierend auf der zweiten Idee (Sehen) wurde folgendes Konzept entwickelt.
Mithilfe der eingebauten Kamera und einem Objekterkennungsmodell auf dem integrierten PC können Hände im Beamerbild erkannt werden. Damit Besucher animiert werden mit dem Beamberbild zu interagieren wird nach ca. 15 Sekunden ohne erkannte Hand eine Call-to-Action Animation abgespielt. Dabei bewegt sich zufällig ein Hand-Pikrogramm zum Bildschirmrand.
Fig. 2: Call-to-Action Animation, die dem Besucher auffordern soll selber mit der Hand über das projizierte Bild zu wischen.
Wenn nun ein Besucher seine Hand über das Beamerbild bewegt, zerlegt sich das Bild in kleine Mosaik-Kacheln. Diese werden dann durch die Handbewegung außerhalb der Projektionsfläche verschoben, um ein abgewandeltes Bild darunter freizulegen. Wenn das Bild fast freigelegt ist, werden automatisch die restlichen Mosaki-Kacheln beiseitegeschoben und eine Audiotonspur wir aus dem integrieren Lautsprecher abgespielt. Die Audiospur erklärt Hintergründe zu dem aufgedeckten Thema. So wird z. B. wie in Vid. 1 ein Wald gezeigt, der durch das aufdecken einen brennenden Wald preisgibt. Nach dem Aufdecken erhält man auditiv mehr Informationen warum es zu Waldbränden kommt usw. Nach abspielen der Audiospur fliegen die Mosaik-Kacheln an ihren ursprünglichem Platz und können ein neues Thema (Bild) darstellen.
Vid. 1: Demonstrationvideo der Funktionsweise von Aperio.
Der Prototyp sollte Design-Elemente der projizierten Bilder widerspiegeln. Da es ums aufdecken geht und die Bilder bei Handbewegung in kleine Rechtecke zerfallen, sind die Lüftungslöcher im Gehäuse auch Rechteckig und werden verteilt über die Gehäuselänge immer weniger. Des weiteren wollte ich den Namen Des Medienobjekts in das Gehäusedesign integrieren.
Fig. 3: Gehäuse montiert an der Decke via E27 Fassung. Beamergehäuse mit vielen kleinen Luftlöchern und "APERIO" Schriftzug als Pixel-Grafik.
Aperio wurde als interaktives Medienobjekt für den direkten Besuchereinsatz in Museen, Ausstellungen und informellen Lernräumen konzipiert. Überall dort, wo Informationen spielerisch und ohne Berührungselemente vermittelt werden sollen, kann Aperio eingesetzt werden – typische Anwendungsfelder sind:
Fig. 4: Konzeptbild der Implementation von Aperio zeigt in einem Museum. (KI generiert)
Der Quellcode zum Projekt ist unter folgenden Link zu finden: